Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Schwalbenkartierung in Nußloch und Leimen

„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, aber die Rückkehr der Schwalben aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara zeigt uns in jedem Jahr an, dass der Sommer nun nicht mehr weit ist. In Mitteleuropa sind die einheimischen Rauch- und Mehlschwalben ausgesprochene Kulturfolger und sozusagen „Hausschwalben“, denn sie bauen ihre Lehmnester in bzw. an Gebäuden. Da sie sich ausschließlich von Fluginsekten wie Fliegen oder Mücken ernähren, fehlen sie uns in den kalten Monaten. Oftmals kehren sie im April zu ihren Nistplätzen des Vorjahres zurück; das macht sie zu Symbolen der Zuverlässigkeit und Treue. Neben ihrer Symbolkraft als Glücksbringer sind sie aber auch überaus nützliche Helfer bei der Insektenbekämpfung ohne Gift. Bei ihrer aktiven Jagd nach fliegenden Insekten benötigen Schwalben sehr viel Energie, also entsprechend viel Insektennahrung für sich selbst und natürlich auch für die Ernährung der Jungvögel. Der Nahrungsbedarf einer Schwalbenfamilie bei uns wird auf ca. 250.000 Insekten geschätzt.

 

Um die Bestände der Rauch- und Mehlschwalben sieht es in Deutschland nicht gut aus und beide Arten gelten mittlerweile als gefährdet. Gründe dafür sind vor allen ein Mangel an Fluginsekten und an lehmigen Pfützen mit Baumaterial für die Nester. Auch der Verlust von Nistmöglichkeiten zum Beispiel durch den Verschluss von Einflugsöffnungen an Gebäuden oder zu glatte Fassaden macht den Schwalben zu schaffen.

 

Der NABU Leimen-Nussloch ruft dazu auf, Beobachtungen von Schwalben in der Region zu melden. „Wenn wir einen Überblick über bestehende Schwalben-Vorkommen haben, können wir gezielt mit weiteren Nisthilfen unterstützen und mithelfen, dass sich die meist kleinen Schwalben-Vorkommen wieder vergrößern“, so Christiane Kranz vom NABU. Eine Dokumentation der Beobachtung mit Datum und Uhrzeit, Ort und ungefährer Anzahl und Art der Schwalben ist äußerst hilfreich, ebenso wie ein Foto eines Nistplatzes und die Anzahl der Nester. Die Beobachtungen können dann anschließend eingesendet werden an [email protected] oder per Telefon an das NABU-Büro in Leimen gemeldet werden unter 06224-8287568.

 

Die zwei im Siedlungsbereich lebenden Schwalbenarten lassen sich leicht unterscheiden:

Erwachsene Rauchschwalben besitzen eine durchgehend dunkle Oberseite, eine rostbraune Stirn und Kehle und einen tief gegabelten Schwanz mit langen Spießfedern. Rauchschwalben bauen ihre Nester nur innerhalb von Gebäuden (heute meist in Stallungen).

Bei den Mehlschwalben ist der Kopf und die Oberseite blauschwarz gefärbt. Sie besitzen einen weißen Fleck oberhalb der Schwanzfedern, eine weiße Kehle und eine weiße Bauchseite. Der Schwanz ist nur wenig eingekerbt. Ihre Nester bauen sie nur außen an Gebäude.

 

 

 

 

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