Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017

Waldkauz 2017 Foto: NABU/Peter Kühn;
Waldkauz 2017 Foto: NABU/Peter Kühn;

Der NABU hat den Waldkauz zum „Vogel des Jahres 2017“ gekürt – eine Eule, die alte, höhlenreiche Bäume, viele Mäuse sowie eine naturnahe Forst- und Landwirtschaft zum Überleben braucht. In Baden-Württemberg leben rund 8.000 Brutpaare. „Der Waldkauz ist das ganze Jahr über bei uns zuhause. Er ist zwar im ganzen Land verbreitet, aber nirgends häufig“, erklärt Stefan Bosch, NABU-Fachbeauftragter für Vogelschutz. „Meist merkt man nur an seinem aus Gruselfilmen bekannten Ruf, dass er da ist. Den hervorragend getarnten Vogel zu beobachten, ist trotz seiner Größe nicht ganz leicht.“

Der Waldkauz ist nicht gefährdet und sowohl deutschland- als auch landesweit die häufigste Eulenart. Im Gegensatz zu vielen anderen Brutvögeln sind die Bestände des Waldkauzes in Baden-Württemberg langfristig stabil. Auf kurze Sicht können sie dennoch erheblich schwanken: Wie alle Beutegreifer ist auch der Waldkauz davon abhängig, genug Nahrung für sich und seinen Nachwuchs zu finden. Diese besteht hautsächlich aus Mäusen, aber auch aus Singvögeln wie Sperlinge und Amseln und anderen Kleintieren. „Schlechte Mäuse-Jahre sind auch schlechte Waldkauz-Jahre“, erklärt Bosch. Bestandseinbrüche in schlechten Jahren kann der Waldkauz in den Folgejahren meist schnell wieder ausgleichen, wenn er wieder mehr Mäuse erbeutet. „Wie so oft regelt hier die Beute den Bestand der Beutegreifer und nicht umgekehrt, wie man lange dachte“, sagt der Vogelexperte.

Der Waldkauz bevorzugt als Lebensraum lichte Wälder und Landschaften mit Hecken und Gebüschen. Unverzichtbar sind alte Bäume, in deren Höhlen er brüten kann. „Reine Fichtenforste und ausgeräumte Feldfluren ohne Hecken und Blühflächen sind für den Waldkauz wie auch für viele andere Tiere wertlos. Hier kann er nicht brüten und findet keine Nahrung. Deshalb ist der Waldkauz ein großer Fan von naturnaher Forst- und Landwirtschaft“, sagt Bosch. In Siedlungen ist der Waldkauz ebenfalls zu beobachten, sofern in Gärten, Parks und Friedhöfen alte Bäume stehen. Dennoch scheint er stark besiedelte und zerschnittene Landschaften eher zu meiden.

Neben Baumhöhlen nutzen die Eulen mancherorts auch Nistkästen oder Nischen an Gebäuden. Die Brutzeit ist außergewöhnlich lang: Sie startet im März und dauert bis in den Juli hinein. Je nach Witterung beginnen Waldkäuze sogar noch früher mit dem Brutgeschäft, in den wärmeren Städten mitunter sogar schon im Januar. Wobei die Käuze nur eine Brut im Jahr haben. Die Gelege umfassen zwei bis sechs Eier, im Mittel 3,5. „Der Bruterfolg hängt stark vom Nahrungsangebot ab – es muss nicht nur genügend Mäuse geben, sie müssen auch erreichbar sein: Wenn zum Beispiel während der Brut Schnee liegt, unter dem sich die Mäuse verstecken, hat der Waldkauz ein Problem“, sagt der NABU-Experte.

 

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Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) gehört zu den buntesten und gleichzeitig beliebtesten Singvögeln in Europa. Kaum eine andere Art steht so für die Vielfalt und Farbenpracht unserer Landschaften. Doch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und die Bebauung von Brachflächen rauben dem Stieglitz die Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Es wird enger für den farbenfrohen Distelfinken. Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2016 wollen NABU und LBV den fortschreitenden Strukturverlust in unserer Kulturlandschaft ins Blickfeld rücken: Der Stieglitz ist unser Botschafter für mehr Artenvielfalt und Farbe in Agrarräumen und Siedlungsbereichen.

In Baden-Württemberg ist der farbenfrohe Singvogel mit Ausnahme des Hochschwarzwaldes überall verbreitet und insbesondere in Streuobstgebieten zu Hause. Insgesamt leben geschätzte über 60.000 Brutpaare im Land. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Bestände nach wie vor rückläufig sind. Deutschlandweit haben sie nach den Daten des Dachverbands Deutscher Avifaunisten zwischen 1990 und 2013 um fast die Hälfte abgenommen. In dieser Entwicklung macht sich der Verlust vielfältiger Landschaften bemerkbar.

„Stieglitze haben ganz bestimmte Ansprüche an ihren Lebensraum. Zum Brüten benötigen sie zum Beispiel hohe Laubbäume und Nahrungsquellen in 50 bis 100 Metern Entfernung vom Nest, außerdem übersichtliche Freiflächen“, berichtet der NABU-Vogelexperte Stefan Bosch. „Stieglitze sind quasi Vegetarier. Sie ernähren sich fast ausschließlich von den Samen und Knospen einer Vielzahl verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume.“ Die finden sie immer weniger, sowohl in der Agrarlandschaft als auch im Siedlungsraum, wo knapp 60 Prozent des bundesweiten Stieglitz-Bestandes leben.

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Habicht ist Vogel des Jahres 2015

Der Habicht hat eine wechselvolle Geschichte, die bereits im lateinischen Namen Accipiter gentilis steckt: Accipiter heißt „Der Zugreifende“, gentilis bedeutet „Der Edle“ – vermutlich ein Hinweis darauf, dass die „edlen Greifer“ seit Jahrhunderten beliebte und bewunderte Jagdbegleiter in der Falknerei sind. Gleichzeitig ist der Habicht jedoch bei manchen Jägern und Geflügelzüchtern besonders unbeliebt. Deswegen senden ihn der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) 2015 als Botschafter gegen illegale Greifvogelverfolgung aus.

"Vogel des Jahres" hat im Jagdrecht nichts verloren!

Habicht

Auch in Baden-Württemberg setzen illegale Verfolgung, die Fällung von Horstbäumen und eine intensive Landwirtschaft, die Lebensraum und Nahrung verknappt, die Habichtbestände unter dauerhaften Druck.

In Baden-Württemberg leben derzeit zwischen 1.200 - 1.600 Brutpaare. Seit einiger Zeit sind die Bestände stabil. Der Habicht kommt in allen Landesteilen mit größeren Waldgebieten vor. Obwohl weit verbreitet, ist er nur selten zu beobachten, da er sehr zurückgezogen lebt.

 

Mit der Wahl des Habichts macht der NABU auf einen großen Erfolg, aber auch auf massive Probleme im Naturschutz aufmerksam. "Vor 50 Jahren war der Habicht in Baden-Württemberg bis auf einen kümmerlichen Rest von 100 Brutpaaren fast ausgerottet. Nachdem er jahrhundertelang schonungslos getötet wurde, hat ihm der massive Pestizideinsatz in der Landwirtschaft fast den Rest gegeben", berichtet Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Vogelschutz beim NABU Baden-Württemberg. Seit den 1970er-Jahren ist es verboten, Habichte und andere Greifvögel zu töten. Da zudem einige der schlimmsten Pestizide verboten wurden, konnte sich der Bestand langsam wieder erholen.

 

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